Kunst und Kultur
Die zwei obersten Dörfer des Albulatals, Bergün und Filisur, gehören zu den am besten erhaltenen historischen Siedlungen Graubündens. Beide besitzen spätgotische Kirchen, die mit Fresken aus der Bauzeit versehen sind. Die malerischen Gassen und Plätze werden durch Bauten gesäumt, für welche die Forschung den etwas zu kurz greifenden Namen „Engadiner Haus“ geprägt hat. Dabei wird die Durchfahrt für den Heuwagen zur Scheune, romanisch Sulér genannt, an den Wohnräumen des Erdgeschosses vorbeigeführt. Stellen Sie sich das Bild vor: Zuerst das Pferd, dann der voll beladene Heuwagen führen vorbei an Stube, Küche und Vorratskammer auf das Dreschtenn im Heustall.
Die Asymmetrie ihrer Fassaden, welche die Sgraffitti und Wandmalereien unermüdlich auszugleichen versuchen, ergibt sich aus den unterschiedlichen Höhen von Stube und Durchfahrt im Innern. Unter den kubisch aus den Fassaden hervortretenden Vormauerungen liegen Strickbauten aus Holz, welche die Stube und die darüber liegende Schlafkammer einfassen. Ein unmotivierter Rück- bzw. Vorsprung kann aber auch auf die Integration mittelalterlichen Mauerwerks hinweisen.
Weitere Informationen
1903 wurde die Albulalinie eröffnet. Stuls, welches noch im 19. Jahrhundert bekannt war für das beste Korn in Graubünden, erhielt damals einen Bahnhof weit unten mitten im Wald. Die von der Rhätischen Bahn erstellte „Bahnhofstrasse“ ist ein historischer Verkehrsweg von nationaler Bedeutung. Das architektonische Ensemble unten an den Gleisen besteht aus Stationsgebäude, Wärterhaus, Baracke mit Vorgarten, Waschhaus, Schuppen, Stationsbrunnen und stillem Örtchen. Es ist das besterhaltene bahnhistorische Ensemble an der Albula-Berninastrecke. Die nach dem Albulatunnelbau hierher versetzte Baracke diente im Laufe der Zeit als Arbeiterunterkunft, Schulhaus und Kantine.








